... zu "Schatz, wie war dein Tag auf dem Sofa?":

Familienmanagerinnen: Hausfrauen werden unterschätzt
aus »rundschau-online.de - Kölnische Rundschau« 05.02.2007



Von der Hausfrau zur Familienmanagerin
aus »dradio.de - Deutschlandradio« 08.01.2007



Ein Gehalt für die Hausfrau - vom Staat!
aus »Hamburger Abendblatt« 4.11.2006


Schatz, wie war Dein Tag auf dem Sofa?
aus »kath.net -Katholische Nachrichten« 5.10.2006


NEW Business Buchtipp
aus »Boerse-Express.com« 28.08.2006



... zum Thema Biografien:

Die Lebensbeichte
aus »Financial Times Deutschland« 7/2004
Seite 26


Was machen Sie denn da?
Job-Idee: Biografien-Schreiberin
aus »Petra« 3/2003


Porträt in der Rubrik »ÖKO-NOMISCHES«
aus »hamburger wirtschaft« 4/2002
Seite 74

Mensch des Monats
Catharina Aanderud – Psychologin, Autorin, Biografin
aus »Klönschnack« Ausg. 11/2001
Seite 10

   

 

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aus
»rundschau-online.de -
Kölnische Rundschau«
05.02.2007
 

Familienmanagerinnen: Hausfrauen werden unterschätzt

Von ANNIKA GRAF

Hamburg/Koblenz - «Ich leite ein erfolgreiches Familienunternehmen», sagt die Mutter in der Fernsehwerbung. Sie spricht vielen Frauen aus der Seele, die sich nach dem Satz «Ich bin 'nur' Hausfrau» schon häufiger am liebsten auf die Zunge gebissen hätten.

Frauen, die sich um Haushalt und Kinder kümmern, müssen oft um Anerkennung kämpfen. «Arbeit, die nicht bezahlt wird, ist in unserer Gesellschaft bedauerlicherweise nichts wert», kritisiert Catharina Aanderud, Buchautorin aus Hamburg. Es sind oft auch berufstätige Frauen, die die Arbeit von Hausfrauen und Müttern herabwürdigen. «Dabei sind das einfach verschiedene Lebensentwürfe», sagt Tanja Böckling, Psychologin und Paartherapeutin in Koblenz.

Frauen sollten sich deshalb unbedingt bewusst machen, warum sie sich für diesen Schritt entschieden haben. Wer nur in die Situation hineinschlittert, kann seine Position hinterher gegen Angriffe kaum verteidigen. «Es geht da aber nicht nur um das Selbstbewusstsein, sondern auch um das Fremdbewusstsein», fügt der Psychotherapeut Johannes Hoppe aus Stadthagen (Niedersachsen) hinzu. Er schlägt vor, dass Frauen, die sich um die Familie kümmern, ihre Aufgaben einmal schriftlich auflisten - ähnlich einer Arbeitsplatzbeschreibung. Das sei eine gute Argumentationshilfe im Gespräch mit anderen.

«Die Frauen sollten sich klar machen, dass sie den verantwortungsvollsten Job überhaupt haben», sagt Catharina Aanderud, die für ihr Buch «Schatz - wie war dein Tag auf dem Sofa» mit vielen Hausfrauen gesprochen hat. Schließlich seien sie es, die Kindern soziale Kompetenz und den vertrauensvollen Zugang zur Welt, deren Werte und Kultur vermitteln. Das bedeutet neben Wissensvermittlung ständiges Beraten, Moderieren und Coachen - Managementaufgaben eben.

Ein Acht-Stunden-Tag reiche oft nicht, stellt Hoppe fest: «Mütter haben keinen Feierabend und kein wirklich geregeltes Arbeitsleben, kein Wochenende und nur selten Urlaub.» Daher müssten sie mit ihrem Partner absprechen, dass auch sie regelmäßig eine Auszeit nehmen müssen, sagt Böckling: «Jedoch sollte sie dem Mann nicht einfach die Kinder aufs Auge drücken, sobald er abends aus dem Büro kommt.»

Ein weiterer Konfliktpunkt ist das Geld: Damit die Frau nicht in eine Bettelposition gerät, schlägt Böckling vor, dass beide Partner ein Taschengeld erhalten. «Damit können dann beide die Ausgaben für sich bestimmen.» Ausgaben für Haushalt und Kinder werden von einem gemeinsamen Konto bestritten. Aber mit Geld allein ist es oft nicht getan: «Für Selbstverständlichkeiten gibt es meist keinen Dank», sagt Johannes Hoppe. Wenn der Ehemann noch dazu über Kleinigkeiten mosert, sollte die Frau Respekt einfordern. Im Ernstfall brauche sie nicht vor Sanktionen zurückschrecken und auch einmal in Streik treten. «Sie kann dann auch mal ganz bewusst vier Wochen nicht die Hemden bügeln.»

Das Leben in der Familie sollte nicht alleiniger Alltagsinhalt sein. Für Hausfrauen sei es wichtig, soziale Kontakte zu pflegen oder aufzubauen, sagt Catharina Aanderud. Anders als im Erwerbsleben, wo sich soziale Kontakte und Info-Input täglich von selbst ergeben, müssten Hausfrauen hierfür selbst initiativ werden - und zwar neben den anderen zehn Jobs, die sie täglich ausführen. Damit erübrigt sich auch die Frage, was sie eigentlich den ganzen Tag gemacht haben.

   

 

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aus
»dradio.de -
Deutschlandradio«
08.01.2007
 

» Diese neue Balance zwischen den Geschlechtern, so das Fazit von Catharina Aanderuds anregender Streitschrift, lässt sich am wirkungsvollsten durch ein Instrument herstellen: Das Hausfrauen-Gehalt für professionell arbeitende Familien-Managerinnen. «
                                                                                                          Deutschlandradio


Von der Hausfrau zur Familienmanagerin

Humanvermögen als die grundlegenden Fähigkeiten des Menschen bedeutet: lernen, miteinander umgehen können, Ausdauer haben oder Lösungen suchen, man könnte auch von Daseinskompetenzen sprechen. Diese Kompetenzen werden in den Familien gebildet, deren Hauptachse die Mutter ist. Die Verkennung ihrer Leistung ist mit Diskriminierung gleich zu setzen. Zwei Bücher widmen sich diesem gesellschaftspolitischen Phänomen. Kostas Petropulos hat sie gelesen.

Der Absturz war tief und schmerzhaft: Gerade noch erfolgreiche Journalistin, von den Kollegen geschätzt - und jetzt plötzlich Vollzeit-Mutter eines Kindes, die das alltägliche Chaos von Pipi, Pampers und Penaten bewältigen muss und dafür in ihrem Umfeld bestenfalls auf freundliches Desinteresse stößt.

Die gelernte Psychologin und Hamburger Journalistin Catharina Aanderud beschreibt in ihrem neuen Buch "Schatz, wie war dein Tag auf dem Sofa?" höchst anschaulich diese Erfahrung vieler junger Frauen, wenn sie in die Mutterrolle hineinschlittern.

Mit dem Kind verändert sich nicht nur die Partnerschaft, sondern die alltägliche Hausarbeit, und die Kindererziehung nimmt die Mutter fast völlig in Beschlag. Und das Schlimmste von allem: Den meisten Müttern geht dabei jedes Selbstbewusstsein verloren! Ganz verschämt outen sie sich dann als "NUR-Hausfrauen". Dabei sprechen die objektiven Zahlen gegen diese Selbstabwertung:

"Hier, an der Basis zu Hause, finden 55 Prozent aller Dienstleistungen unserer Gesellschaft statt, ohne dass sie als Wertschöpfung in das Bruttoinlandsprodukt eingehen [...]. In den heimischen vier Wänden fallen jährlich rund 96 Milliarden Arbeitsstunden an, dagegen nur 60 Milliarden in Jobs außer Haus."

Ausführlich beschreibt die Hamburger Journalistin in ihrem Buch die vielfältigen Tätigkeiten und Herausforderungen, denen sich eine Hausfrau stellen muss. Den Vergleich mit traditioneller Erwerbsarbeit müsse sie keinesfalls scheuen. Gefordert sei nämlich:

"Organisationstalent [...], Flexibilität, große Belastbarkeit und wirtschaftliches Denken - im Grunde genommen alles Managerfähigkeiten, die durch das Familienleben entstehen."

Trotzdem litt Catharina Aanderud wie die meisten Hausfrauen an Minderwertigkeitskomplexen. Ein Phänomen, das bei den europäischen Nachbarn ganz unbekannt zu sein scheint. Das zeigt gerade ihr informativer Vergleich mit den familienpolitisch gern zitierten Vorbildern Frankreich und Schweden. Dort seien Hausfrauen zum gesellschaftlichen Randphänomen geworden und die Mutter zwischen Beruf und Familie nunmehr der gesellschaftliche Standard. Die Erfahrungsberichte von Müttern aus diesen Ländern, lassen allerdings Zweifel aufkommen, ob diese "Errungenschaft" tatsächlich ein Gewinn für die Frauen und ihre Kinder ist. Für Katharina Aanderud kamen die schwedisch-französischen Lösungen jedenfalls nicht in Frage:

"Ich hätte nie gedacht, dass ich eine so intensive emotionale Bindung zu meinem Kind verspüren würde, dass ein Achtstundentag außer Haus (wie er mir zwischenzeitlich in leitender Position für eine Frauenzeitung angeboten wurde) für mich inzwischen undenkbar war - zumindest solange mein Sohn noch ein Kleinkind war."

Bei aller Freude am Kind bleibt aber dennoch der Gegensatz zwischen dem objektiven Wert und der gefühlten Wertlosigkeit der Familienarbeit. Das veranlasste die Journalistin, den Ursachen für diesen Widerspruch auf den Grund zu gehen.

Ihre einschlägige Liste ist lang und nicht ganz unbekannt - angefangen bei den Männern, die sich weigern, ihren Beitrag an der Hausarbeit und Kindererziehung zu leisten; fortgesetzt bei den Supermüttern, die öffentlich den Eindruck vermitteln, berufliche Karriere, Kinder und Haushalt seien nur eine Frage guter Organisation, bis hin zur völligen wirtschaftlichen Abhängigkeit von einem Mann.

Und genau hier erkennt Catharina Aanderud den Ansatzpunkt, um den Hausfrauen zu echter Anerkennung zu verhelfen und damit letztlich unsere Gesellschaft grundlegend zu verändern:

"Bekanntlich ist ja immer nur das etwas wert, was etwas kostet! Wenn aber Geld unser einziger Wertmaßstab ist, werden damit gleichzeitig alle nicht bezahlten Tätigkeiten entwertet."

Da der Wert von Haus- und Erziehungsarbeit mittlerweile selbst von Volkswirten vorgerechnet wird, gäbe es nur eine Schlussfolgerung: Diese Tätigkeit muss eben auch wie Erwerbsarbeit bezahlt werden!

Ausgearbeitete Konzepte dazu gäbe es bereits. So würden etwa der US-Wirtschaftsnobelpreisträger Gary Becker oder der renommierte Heidelberger Steuerexperte Paul Kirchhof die Forderung nach einem "Erziehungsgehalt" unterstützen.

Das größte Hindernis für die Durchsetzung dieser Forderung sieht Aanderud weniger beim Geld. Wenn eine Gesellschaft nur will, ändert sie eben ihre Prioritäten. Gefordert sei vor allem ein neues Selbstbewusstsein der Frauen. Aufgrund ihrer Erziehung hätten sie - anders als die Männer - nicht gelernt, für ihre Leistungen auf eine angemessene Honorierung zu bestehen - und zwar weder im Beruf noch als Hausfrauen:

"Sie sollten anfangen, Geld wichtiger zu nehmen und als Baustein ihrer Unabhängigkeit anzuerkennen [...]. Dagegen bräuchten die Männer für ihre innere Balance mehr Abstand davon, um nicht emotional zu verarmen und um den Wert von Beziehungen stärker schätzen zu lernen."

   

 

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aus
»Hamburger
Abendblatt«
4.11.2006

 

Ein Gehalt für die Hausfrau - vom Staat!

Von HEIKE GÄTJEN

Hausfrausein ist kein Nebenjob, kein Auslaufmodell, sondern ein Berufsbild, das endlich mal neu überdacht werden muss. Einschließlich einer angemessenen Bezahlung - das zumindest fordert Catharina Aanderud. Die Hamburger Autorin ist verheiratet und hat einen 15-jährigen Sohn.

JOURNAL: Der Titel Ihres Buches "Schatz, wie war Dein Tag auf dem Sofa?" lässt Böses ahnen. . .

CATHARINA AANDERUD: Ja, er soll auch provozieren. Einer Hausfrau wird in unserer Gesellschaft sehr oft vermittelt, dass das, was sie tut, keinerlei Bedeutung hat. Dabei sind es in erster Linie die Hausfrauen, die Werte vermitteln und letztlich auch die Leistungsträger von morgen erziehen.

JOURNAL: Was also muss passieren?

AANDERUD: In der Gesellschaft muss ein Umdenkungsprozess stattfinden - von einer überzogenen Erwerbsfixierung, die der Fürsorge für andere, wie eine Hausfrau sie leistet, keinen Wert mehr einräumt, zu einer Anerkennung dieser immer noch unentgeltlich erbrachten Leistung. Nach einer US-Studie müsste eine Hausfrau eigentlich rund 134 000 Euro pro Jahr verdienen, weil sie zehn Jobs parallel wahrnimmt.

JOURNAL: Das heißt: Hausfrauen sollten Ihrer Meinung nach bezahlt werden?

AANDERUD: Eindeutig ja! Da bei uns nur wertgeschätzt wird, was etwas kostet, ist das wohl die einzige Möglichkeit, die Arbeit einer Hausfrau als Familien-Managerin aufzuwerten und deutlich zu markieren, dass im Haushalt immerhin 50 Prozent aller Dienstleistungen erbracht werden, auf die unsere Gesellschaft zu ihrem Funktionieren angewiesen ist.

JOURNAL: Wer soll das bezahlen?

AANDERUD: Der Staat. Schließlich ist Kinderkriegen längst keine nur private Angelegenheit mehr - landauf landab wird ja über unsere schrumpfende Bevölkerung diskutiert und überlegt, wie man den Frauen mehr Anreize zum Kinder- kriegen geben kann. Allein durch mehr Kita-Plätze wird das nicht funktionieren, denn um Kinder in die Welt zu setzen, brauchen vor allem Frauen Sicherheit. Auch finanziell.

JOURNAL: Muss der Staat für alles aufkommen? Auch für meine private Lebensplanung?

AANDERUD: Dass Kinderkriegen längst zu einer öffentlichen Sache geworden ist, an der der Staat höchstes Interesse hat, sieht man doch auch an der Einführung des Elterngeldes! Um Kinder fit für die Wissensgesellschaft zu machen, brauchen wir neben besser ausgebildeten Erziehern auch hochmotivierte Mütter, die für das Aufziehen ihrer Kinder genügend Zeit, Energie und Ruhe aufbringen können.

JOURNAL: Ein Hausfrauengehalt vom Staat - ist das nicht ein bisschen naiv?

AANDERUD: Der Staat subventioniert Firmen, damit sie nicht ins Ausland abwandern. Die Investition in Bildung wird langfristig gesehen viel wichtiger sein. Ein Hausfrauen-Gehalt könnte an eine Professionalisierung all jener Bereiche gekoppelt sein, für die Hausfrauen als Familien-Managerinnen heute schon zuständig sind wie Psychologie, Pädagogik, Ernährungskunde, Gruppendynamik , Moderation, Motivation, Event-Organisation, Networking. Der Satz "Dafür hat der Staat kein Geld" sagt eigentlich: Dafür möchte er keins ausgeben. Alles ist eben eine Frage der Prioritäten und Werte. Letztlich ist es die Weigerung, Fürsorgearbeit anzuerkennen und angemessen zu bezahlen, die im Kern die Krise der Erwerbsgesellschaft ausmacht!

   

 

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aus
»kath.net
-Katholische
Nachrichtent«
5.10.2006

 

Schatz, wie war dein Tag auf dem Sofa?

Hausfrau - die unterschätzte Familien-Managerin – Ein Buch von Catharina Aanderud

»Und was machen Sie so - beruflich?« Diese Frage löst bei vielen Frauen Unsicherheit aus. Sie sind ja »nur« Hausfrau. Dabei gibt die Antwort einer selbstbewussten Mutter in einem bekannten Werbespot die Richtung vor: »Ich führe ein sehr erfolgreiches kleines Familienunternehmen.« Catharina Aanderud diskutiert vorurteilsfrei Möglichkeiten, wie der Hausfrauenrolle angemessene Wertschätzung zukommen kann. Dazu zählt die Frage, ob Hausfrauen ein Gehalt gezahlt werden sollte, das deren vielfältige Aufgaben einer »Familien-Managerin« würdigt. Hier sind auch Politik und Wirtschaft gefordert. Am Anfang steht jedoch die Anerkennung des umfassenden Jobs, den Frauen tun, die sich um Kinder und Haushalt kümmern: Sie sind gleichzeitig Psychologin, Pädagogin, Motivationstrainerin, Coach, Ernährungsexpertin ... Höchste Zeit für die Anerkennung, die Hausfrauen zusteht!

Eine Rezension von Barbara Hofmann-Huber, Leiterin des Frauenschwerpunktes im Coachingbüro Huber & Partner, Freiburg:

Frauen und Karriere – nun als Hausfrau? Vielleicht wundern Sie sich, eine Rezension zu diesem Thema auf dieser Seite zu lesen. Angesichts dessen, dass das gesellschaftliche Interesse an Kindern in Deutschland wieder zunimmt, kommt dieses Buch zur rechten Zeit. Es behandelt nämlich die vielfältigen und qualifizierten Tätigkeiten, die mit der Arbeit in der Familie und damit auch der Erziehungsarbeit der Kinder verbunden sind. Für viele Frauen ist eine Karriere noch immer eine Karriere in zwei Berufen und zwei Verantwortungsfeldern: erfolgreich im Business und eine ebensolche Verantwortung in dem so genannten Familienbereich.

Die Autorin bricht zwar der Hausfrau als Vollberuf eine Lanze, sie selbst zeigt jedoch, dass sie ihre beruflichen Kompetenzen als Journalistin weiter lebt. Die 100%-Hausfrau ist sicher für sehr viele beruflich aktive Frauen nur eine Phase kurz nach der Geburt der Kinder. Danach sind sie in unterschiedlichen Prozenten in zwei Berufen tätig.

Die verantwortungsvolle Arbeit innerhalb der Familie schildert die Autorin kompetent und erfahren. Sie beschreibt, was es bedeutet, für die Regeneration und vor allem für die Erziehung verantwortlich zu sein. Familienarbeit bewegt sich in einem Spannungsfeld: sie ist eintönig und hoch qualifiziert zugleich. Sie erfordert eine hohe Selbstorganisation und zugleich Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Sie beinhaltet Einsamkeit und zugleich keine Zeit für sich zu haben. Sie bringt es mit sich, sich einerseits einzigartig zu fühlen und das für die Kinder auch zu sein – und sich andererseits wie der letzte Fußabstreifer zu vorzukommen, weil jeder Kleinkram auch noch jenseits jeder Zeitgrenze in den eigenen Verantwortungsbereich fällt. Diese umfassenden Kompetenzen, die nötig sind, um einem Kind einen vertrauensvollen Zugang zur Welt zu vermitteln, macht die Autorin an vielen anschaulichen Beispielen deutlich. Das Verantwortungsfeld Familienarbeit besteht vor allem aus der Qualität der Fürsorge: sich zuständig zu fühlen und alles dafür Notwenige zu organisieren, dass die Kinder, aber auch andere Angehörige, sich umsorgt wissen. Genau diese Arbeit ist nicht sichtbar, doch wenn sie nicht mehr auf einem hohen Qualitätsniveau statt findet, schafft das sichtbare Konsequenzen: das zeigt sich z.B. in der Pisastudie ebenso wie in vielen Bindungsproblemen von Kindern, die wiederum eine Lernbarriere darstellen.

Das Verantwortungsfeld der Familienarbeit sichtbar zu machen und es vor allem als eine umfassende Arbeit mit vielfältiger und anspruchsvoller Qualifikation in unser Bewusstsein zu heben ist das Hauptanliegen der Autorin. Ob Familienarbeit als Vollzeittätigkeit oder Teilzeit in Verbindung mit Erwerbsarbeit durchgeführt wird, das sollte nicht mehr das zentrale Thema und vor allem nicht Konkurrenzplatz zwischen Frauen sein. Denn die Verantwortung für das Gelingen ist bei sehr vielen Frauen zu 100% gegeben, auch wenn sie nicht alle Teiltätigkeiten selbst ausführen. Genau darin besteht ja die Managementaufgabe.

Ich sehe den Wert diese Buches darin, dass die Autorin deutlich macht: ohne die Wertschätzung der Familien- und Beziehungsarbeit durch die Gesellschaft werden sich gerade die hochqualifizierten Frauen sehr genau überlegen, ob sie sich diese Tätigkeiten, auch noch unbezahlt, zumuten werden. Zugleich ist genau diese Fürsorgetätigkeit der wichtige soziale Boden für eine auf gegenseitiger Achtung und Wertschätzung basierende Gesellschaft.

Über die Autorin: Catharina Aanderud war nach ihrem Studium der Psychologie, Theologie und Philosophie lange Zeit als Redakteurin und freie Journalistin für verschiedene namhafte Zeitungen und Zeitschriften tätig. Die verheiratete Mutter eines 15-jährigen Sohnes lebt in Hamburg und ist heute als Hausfrau, Biografin und Autorin tätig (u.a. »Die Gesellschaft verstößt ihre Kinder« und »Weniger ist mehr«).

   

 

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aus
»Boerse-Express.com«
28.08.2006
  NEW Business-Buchtipp: Schatz, wie war dein Tag auf dem Sofa?

Hausfrau - die unterschätzte Familien-Managerin

Wie kein anderer Beruf ist die Hausfrau schlecht und abwertend in unserer Gesellschaft angesehen. Hausfrau zu sein bedeutet aber ein Multitalent zu besitzen in Organisation, Planung, Verwaltung und Koordination. Dieses Buch zeigt das ganze Dilemma auf: Denn allein schon die Aussage des Titels zeigt das ganze Dilemma auf und verhöhnt einen der wichtigsten und kostbarsten Berufsstände in Österreich. Wer traut sich denn schon zu, zu behaupten, er führe ein erfolgreiches kleines Familienunternehmen?!

Den Anspruch, den eine Hausfrau heute erfüllen muss, macht sie automatisch normalerweise zu einer gut bezahlten Familienmanagerin, doch die Realität sieht anders aus, völlig anders ... Wie wird man Hausfrau? Wurde man hineingestoßen? Tickte die biologische Uhr oder gab man sich dem Wahnsinn freiwillig hin? Was dann kommt ist schlechtes Image, wenig Anerkennung und Selbstmotivation bis zum Letzten.

Hausfrauen sollen die Kinder erziehen, den Haushalt führen, den Ehemann pflegen, immer gut kochen, Wäsche waschen, ökonomisch denken, Freizeitgestaltung beherrschen und alle anderen familiäre Belange managen. Schön wer das alles kann und dazu immer noch Zeit hat, seine Mitte zu halten.

Catharina Aanderud informiert schonungslos, wo die neuralgischen Punkte sind und spart nicht mit Spott und Hohn, wovon die meisten Frauen ein Lied singen können. Dass im Bereich Geld, die Frauen Scham empfinden ist gewollt und auch im Verhältnis zum Ehemann geht die Tendenz bis zur Unterwürfigkeit. Hier sind auch Politik und Wirtschaft gefordert. Am Anfang steht jedoch die Anerkennung des umfassenden Jobs, den Frauen tun, die sich um Kinder und Haushalt kümmern: Sie sind gleichzeitig Psychologin, Pädagogin, Motivationstrainerin, Coach, Ernährungsexpertin ... Höchste Zeit für die Anerkennung, die Hausfrauen zusteht!

Catharina Aanderud war nach ihrem Studium der Psychologie, Theologie und Philosophie lange Zeit als Redakteurin und freie Journalistin für verschiedene namhafte Zeitungen und Zeitschriften tätig. Die verheiratete Mutter eines 15-jährigen Sohnes lebt in Hamburg und ist heute als Hausfrau, Biografin und Autorin tätig (u. a. "Die Gesellschaft verstößt ihre Kinder" und "Weniger ist mehr").

 

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