... zum Thema Biografien:

Jedes Leben hat spannende Seiten
aus »Der Hamburger« Ausgabe 7/2012

Die Lebensbeichte
aus »Financial Times Deutschland« 7/2004
Seite 26


Was machen Sie denn da?
Job-Idee: Biografien-Schreiberin
aus »Petra« 3/2003

Porträt in der Rubrik »ÖKO-NOMISCHES«
aus »hamburger wirtschaft« 4/2002
Seite 74

Mensch des Monats
Catharina Aanderud – Psychologin, Autorin, Biografin
aus »Klönschnack« Ausg. 11/2001
Seite 10



... zu "Schatz, wie war dein Tag auf dem Sofa?":

Familienmanagerinnen: Hausfrauen werden unterschätzt
aus »rundschau-online.de - Kölnische Rundschau« 05.02.2007



Von der Hausfrau zur Familienmanagerin

aus »dradio.de - Deutschlandradio« 08.01.2007



Ein Gehalt für die Hausfrau - vom Staat!
aus »Hamburger Abendblatt« 4.11.2006


Schatz, wie war Dein Tag auf dem Sofa?
aus »kath.net -Katholische Nachrichten« 5.10.2006


NEW Business Buchtipp
aus »Boerse-Express.com« 28.08.2006

   

 

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aus
»Der Hamburger«
Ausgabe 7/2012
 

Jedes Leben hat spannende Seiten

Jedenfalls wenn es von Catharina Aanderud aufgeschrieben wird. Seit knapp zehn Jahren verdient sich die ehemalige Journalistin ihren Unterhalt mit dem Verfassen von Biografien scheinbar ganz normaler Menschen und macht sie damit ein Stück weit unsterblich

Wenn sie nicht weiß, ob sie sich für das entschieden hat, was sie wirklich will, wenn sie nicht sicher ist, in welche Richtung der nächste Schritt gehen soll, in solchen Situationen schreibt sie. Setzt sich hin und schreibt auf, was sie denkt und was sie fühlt. Zehn Seiten, manchmal mehr, manchmal weniger. So viel, bis sie Klarheit und innere Ruhe spürt. »Schreiben hilft mir, immer wieder den eigenen Standort zu bestimmen«, sagt Catharina Aanderud. Aus diesem Rezept zur Selbstreflexion ist vor knapp zehn Jahren schließlich ihr dritter Beruf geworden. Seitdem verwandelt die studierte Psychologin und ehemalige Journalistin, die unter anderem für »Die Zeit« und »Der Spiegel« geschrieben hat, das Leben anderer Menschen in Bücher – sie schreibt Biografien. Allerdings nicht für fast vergessene Stars und Sternchen, die mit einer Lebensbeichte wieder in die Schlagzeilen kommen und Geld verdienen wollen. Bei Aanderud entstehen die Biografien ganz normaler Menschen, die damit ihre Erfahrungen und Erinnerungen für die Nachwelt festhalten wollen. »Manche nutzen die Arbeit an einer Biografie aber auch dazu, um sich über den Sinn des eigenen Lebens bewusst zu werden«, ergänzt die Autorin.

Meist erscheinen diese Lebenserinnerungen nur in einer Handvoll von Exemplaren für die engsten Angehörigen, einige aber auch in Auflagen von mehreren hundert Stück für einen größeren Kreis von Freunden und Wegbegleitern. Dabei treibt fast alle Auftraggeber das gleiche klassische Motiv, sagt Aanderud. »Mit zunehmender Lebenserfahrung und Reife sind sie bereit, sich oft verdrängten Fragen zu stellen.« Den Fragen nach dem Sinn des Lebens: Was habe ich richtig gemacht, was falsch? Wo lagen meine Stärken, was waren meine Schwächen? Deckt sich das, was ich als mein Leben sehe, überhaupt mit dem, was ich tatsächlich gelebt habe?

Wer Aanderud beauftragt, kann in einem Vorgespräch zunächst mal tes-ten, ob »die Chemie« stimmt. Wenn sie stimmt, hört die 50-Jährige den Gedanken und Geschichten intensiv zu und fragt gezielt nach. Ein ganzes Wochenende lang oder in mehreren Treffen über Wochen, manchmal auch Monaten, nimmt sie auf, was das Leben ausmacht: Familiengeschichten und Anekdoten, prägende Begegnungen und Erfahrungen, Erfolge und Enttäuschungen. Oft erlebe sie dabei schonungslose Momente und intime Bekenntnisse. Aanderuds behutsame, aber gezielte Fragen nach dem Wie und dem Warum sollen Zusammenhänge sichtbar machen. Sie sollen ihren Auftraggeber zum Nachdenken darüber anregen, wie er zu dem wurde, der er ist. »Menschen brauchen diese Bilanz, um mit sich ins Reine zu kommen«, sagt Aanderud. Vor allem hilft sie dabei, Wichtiges von Unbedeutendem zu trennen, eine Auswahl der Erinnerungen zu treffen und ihnen eine Struktur zu geben. Erlebtes aufzuschreiben ist der beste Weg, um seine Erfahrungen ordnen und anderen Menschen vermitteln zu können, findet Aanderud. Außerdem besitze Schriftliches mehr Verbindlichkeit als etwa ein Video oder eine Tonbandaufnahme. »Hinter dem, was ein Mensch geschrieben hat, kann er nicht mehr zurück.« Die Arbeit an einer Biografie vergleicht Aanderud dabei mit der Arbeit eines Bildhauers. »Ich forme das Material, das mir der Kunde gibt, ich nehme hier was weg und da was weg, und bearbeite es, bis es gut lesbar und spannend ist.« Allerdings ohne dem Werk ihren eigenen Stempel aufzudrücken – der Stil einer jeden Biografie ist anders. Denn Aanderud verwendet allein die Sprache des Auftraggebers, sie will seine Persönlichkeit über seine Worte und Formulierungen ausdrücken. »Die Angehörigen sollen beim Lesen sagen: Es ist genau so, als ob Vater oder Oma zu uns sprechen.«

Jüngere Menschen gehörten bisher nicht zu ihren Auftraggebern. Dabei muss eine Biografie, die in den meis-ten Fällen so zwischen 100 und 200 Buchseiten stark wird und dann etwa 50 Euro pro Seite kostet, gar kein Abschiednehmen bedeuten, sagt Aanderud. Vielmehr helfe das Aufschreiben der bisherigen Lebensgeschichte auch dabei, Umwege künftig zu vermeiden. »Der richtige Kurs für die Zukunft lässt sich nur finden, wenn man immer wieder über sein Leben nachdenkt und das eigene Handeln in Frage stellt.« Bewusst innehalten, in Ruhe das persönliche Leitmotiv suchen, über die eigene Bestimmung reflektieren – »wenn die Gedanken auf Papier stehen«, erklärt sie, »fällt dem Menschen der prüfende Blick in sein Innerstes leichter.«

Mehr als ein Dutzend Biografien hat die Autorin bisher verfasst, darunter die früherer Manager und Unternehmer, sowie von Tochter und Schwiegersohn des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Aanderuds erste Auftraggeberin war jedoch ihre eigene Mutter. »In einer Biografie bleibt etwas Unsterbliches erhalten, das man an die Familie weiterreicht«, beschreibt sie den Sinn ihrer Arbeit. Erzählen und Zuhören stärken die Identität einer Familie, sagt Aanderud, doch dafür fehle in Familien heutzutage oft die Zeit. Eine Biografie könne diese Lücke füllen und als Weg dienen, auf dem sich die Nachkommen immer wieder an einen Menschen erinnern, sich mit seinem Handeln und Denken auseinandersetzen und sich ihm so nähern können. »Was ist spannender«, fragt Aanderud, »als die Geschichte eines Lebens?«

Text Daniela Schröder

   

 

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aus
»Financial Times
Deutschland«
7/2004
Seite 26

 

Die Lebensbeichte

   

 

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aus
»Petra«
3/2003
  Was machen Sie denn da?

Job-Idee: Biografien-Schreiberin

Ungewöhnliche Erinnerungen gewöhnlicher Leute: Die Psychologin und

Journalistin Catharina Aanderud (44) bringt private Lebensläufe in Buchform.

Beim Stichwort »Biografie« denkt man in erster Linie an Staatsmänner

und Popstars...

Aanderud: Ja, aber viele ältere Menschen und Ihre Familien möchten ihre

Lebenserinnerungen auch gerne bewahren. Sie haben nur nicht genügend

Übung oder Selbstmotivation, sie aufzuschreiben. Diese Aufgabe ist eine

spannende Mischung aus Journalismus und Psychologie.

Wie sieht Ihre Arbeit konkret aus?

Entweder ich schneide die Erinnerungen meines Auftraggebers per Tonband

mit, oder ich arbeite mit seinen handschriftlichen Notizen. Ich kümmere mich

um alles vom Schreiben bis zum fertigen Buch. Je nach Aufwand kostet die

Seite 30 bis 50 Euro plus Druckkosten.

Machen Sie Werbung für Ihre Angebote?

Mundpropaganda - und einen Flyer, den man unter Tel. 040.88 09 96 50

bestellen kann.

   

 

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aus
»hamburger
wirtschaft«
4/2002
Seite 74

 

Catharina Aanderud,

Journalistin, füllt eine Marktlücke in Sachen Memoiren. Die studierte

Psychologin bietet seit 1999 ihre Dienste als Biografie-Coach an.

Unterstützt von Ihrem Mann Kai-Axel, der als Unternehmensberater

tätig ist, gießt sie die mündlichen oder schriftlichen Erinnerungen ihrer

Kunden in Buchform, diese segnen den Inhalt ab, wählen Fotos aus

und bestimmen Einband sowie Auflagenhöhe. Die 44-jährige, die sich

auch als Autorin von Sachbüchern einen Namen gemacht hat: »Vielen

Menschen ist es viel wert, dass ihr Leben für Verwandte, Bekannte

und die Nachwelt auf Papier bilanziert wird.« Nach ihrem Studium in

Tübingen und Berlin, einem Volontariat auf der »Journalistenschule

Axel Springer« und verschiedenen Redaktionstätigkeiten gründete die

gebürtige Blankeneserin ihre Agentur »Aanderud & Partner« am Stindeweg 4.

Die ideale Disziplin, um als »einfühlsame« Biografin innerlich beweglich

zu bleiben, ist für sie Yoga.

   

 

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aus
»Klönschnack«
Ausg. 11/2001
Seite 10

  Mensch des Monats

Catharina Aanderud – Psychologin, Autorin, Biografin

Mit Erreichtem gab sich Catharina Aanderud noch nie zufrieden. Immer wieder strebte die gebürtige Blankeneserin zu neuen Ufern. Ob als Redakteurin der »Berliner Morgenpost«, als freie Journalistin, die unter anderem für »Zeit«- und »Spiegel« schrieb, oder als Buchautorin – immer wieder suchte und fand die studierte Psychologin neue Aufgaben. Ihrer großen Leidenschaft Schreiben blieb sie dabei allerdings immer treu. »Schon als Kind hörte ich gern den Erwachsenen bei ihren Erzählungen zu und schrieb meine Gedanken auf«, so die heute 44-Jährige.

Vom Tagebuch zum Sachbuch war es dennoch ein weiter Weg, der über ein Psychologie- und Theologiestudium in Tübingen und Berlin auf die »Journalistenschule Axel Springer« führte, wo sie neben dem journalistischen Handwerkszeug auch ihren Ehemann Kai-Axel kennen lernte. Auf ihrem Lebensweg fragte sie sich immer wieder, wo sie steht, was sie erreicht hat und was sie noch bewegen will. »Dieses Bilanzieren hilft mir, meine Prioritäten im Auge zu behalten, die einem sonst in der Hektik des Alltagslebens leicht abhanden kommen.«

Die Methode des Bilanzierens durch Aufschreiben bietet sie nun auch anderen an. Ihr Credo dabei: »Jedes Leben ist interessant und wert, aufgezeichnet zu werden«. Die Kombination aus Psychologie und Journalismus ist für einen Biografie-Service ideal, findet Catharina Aanderud, die kürzlich als Autorin von »Weniger ist mehr – auf der Suche nach dem eigenen Maß« von sich reden machte.

Wie schon in ihrem ersten Buch »Die Gesellschaft verstößt ihre Kinder – Werteverlust und Erziehung«, erwachsen ihre Ideen aus dem genauen Hinsehen: Wie bringen Frauen Familie und Beruf unter einen Hut in einem Land, das keine Ganztagsschulen kennt? Welche Erziehungsmaximen haben noch Gültigkeit in einer Zeit allgemeinen Werteverlustes? Themen, die Catharina Aanderud schon beschäftigten, als sie als Psychologin in einer Erziehungsberatungsstelle arbeitete, und die sie später als Mutter am eigenen Leib erfuhr. »Ich glaube, wir haben ein bisschen das Maß und damit unsere Mitte verloren«, sagt sie nachdenklich im Hinblick auf die Informations- und Warenfülle, mit der sich heute jeder auseinandersetzen muss. »Die Menschen versuchen, mit dem Kauf von Dingen Glück zu erreichen, was nicht funktioniert. Wahre Individualität geht so verloren«, ist die Autorin und Biografin überzeugt.

Letztlich gehe es im Leben nicht darum, immer mehr Dinge um sich herum anzuhäufen, sondern um inneres Wachstum, eine bewusste Weiterentwicklung der Persönlichkeit. »Glück entsteht doch vor allem durch Freude an schöpferischer Arbeit sowie im Kontakt und Austausch mit anderen«, sagt sie.

»Der Erleuchtung ist es egal, wie sie erlangt wird«, zitiert Catharina Aanderud den Titel eines ihrer Lieblingsbücher. Sie selbst praktiziert regelmäßig Yoga, für sie die ideale Disziplin, um innerlich beweglich zu bleiben.

Besinnen, Bilanzieren, Aufzeichnen, manche ihrer Kunden nennen es auch auch Rechenschaft ablegen: All das bietet die Biografin nun jüngeren und alten Menschen an. Dabei kann es durchaus auch zur Diskussion über grundsätzliche Lebensfragen kommen, was Catharina Aanderud besonders interessant findet, weil es die Psychologin in ihr anspricht. Die erste Kundin, die sie beim Verfassen ihrer Biografie unterstützte, war übrigens ihre Mutter.

Unterstützung findet sie bei ihrem Ehemann Kai-Axel (43), der wie seine Frau zunächst als Redakteur bei der »Berliner Morgenpost« begann. Er absolvierte ein Trainee-Programm und arbeitete als Verlagsleiter beim Bauer-Verlag und als Geschäftsführer der Wochenzeitung »Die Woche«, ehe er sich als Medien- und Unternehmensberater selbstständig machte.

Die Biografin: »Mit den Memoiren werden Erfahrungen, Gedanken und Einsichten wachgehalten und auch für die nachwachsende Generation festgehalten«.

 

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